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Postfix und Exim mit Fehlern

In Postfix und in exim wurden Lücken entdeckt, ein Update auf die aktuale Version ist dringend nötig:

Die Lücke in Postfix ist nicht ganz so schlimm, Details findet man hier:
http://archives.neohapsis.com/archives/postfix/2011-05/0208.html

Das ist bei exim aber leider anders:
http://lwn.net/Articles/441978/

Die Lücke eignet sich um auf entfernten Servern Code auszuführen, was so ziemlich das schlimmste ist, was passieren kann. Bei Exim ist das die zweite Lücke dieser Art in diesem Jahr. Aus meiner Sicht avanciert sich Exim langsam aber sich zum sendmail der 90iger Jahre. Aber Scherz beiseite, die Lücke wurde schnell behoben und für Ubunutu, Debian etc. sind bereits aktualisierte Pakete vorhanden. Eine kurze / schnelle Problembehebung gibt es dieses Mal leider nicht, also muss das Update eingespielt werden.

Für unsere Mailserver nutzen wir qmail und müssen daher nichts aktualisieren, darüber bin ich sehr froh. Updates sind zwar schnell eingespielt, aber Funktionstests rauben einem dann doch etwas Zeit.

Kundenserver und Projekte müssen aber aktualisiert werden, da führt kein Weg dran vorbei, aber diese Mailserver transportieren nicht soviele Emails wie unsere eigenen, da ist das alles nicht so kritsch.

Debian Volatile wird umbenannt und umorganisiert

Nachdem Squeeze vor ein paar Tagen freigegeben wurde, tut sich auch etwas an der Updatefront. Eins der Probleme mit Debian, war das gewisse Pakete einfach nicht schnell genug aktualisiert wurden. Der Virenscanner ClamAV ist ein gutes Beispiel. Deshalb wurde vor einiger Zeit das Repository Volatile ins Leben gerufen. In diesem wurde ein kleiner Teil der Debian Pakete sehr zügig aktualisiert. Das hat den Einsatz von Debian an vielen Stellen einfacher und besser gemacht. Die Leute hinter Debian haben Volatile auch als Erfolg gewertet und gehen nun einen Schritt weiter:

Zitat: "The Debian Volatile archive is discontinued starting from the upcoming Debian release 6.0 (Squeeze). It is replaced by the suite squeeze-updates on the official mirrors. Its management will move to the Debian Release Team, who already manage regular updates to Debian stable and oldstable."

Der Name wird offizieller und das Team "dahinter" ist nun auch gleich wie das für die normalen Updates. Ein Schritt in die richtige Richtung! Debian ist sehr groß, da ist es schon verständlich, dass nicht jedes Paket auf den super aktuellen Stand gehalten werden kann. Sich auf ein gewisses Subset aus dem ganzen Pool zu beschränken und diese Pakte zu pflegen ist ein guter Ansatz.

Mehr Infos gibt es hier.

Drupal 7.0

 Nachdem ich gerade von Debian Squeeze geschrieben habe,  muss ich auch noch ein paar Sätze zu Drupal 7 loswerden.
Wir haben unserer Hosted CMS Kunden noch nicht umgestellt, dass liegt aber nicht daran,
dass es mit Drupal 7 Probleme gibt, sondern das viele der benutzten Templates und Module vorher von den Community Entwicklern auf den aktuellen Stand gebracht werden müssen. Im Moment geht das ganz vorran, ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten 2 Monaten das Update wagen können.

Drupal 7.0 an sich ist echt schön geworden, gerade was "Useability" angeht, ist vieles einfacher geworden,
selbst wenn Drupal 6 schon toll war. Wer allerdings den großen Wurf sucht, der wird wohl enttäuscht werden.
Es sind viele Detailverbesserungen, die das Management und die Erstellung neuer Inhalte einfacher machen,
aber kein komplett neues System.

Was sich neben dem Userinterface geändert hat, sind viele Detailverbesserung:

Sicherheit
Logins werden nun über eine API geschleust die auch die Anzahl der Logins pro Minuten drosseln kann. Somit sind Brute Force Attacken nicht mehr effektiv.
cron.php wird nun endlich von einem Key geschützt, damit die nicht einfach jeder aufrufen kann. Dies war gerade bei Multi Domain / Instanzen Installationen ein Problem.

Datenbank
Die Datenbankschicht in Drupal wurde komplett auf PHP5 PDO umgestellt. Bei MySQL ist die Standard Storage auf innodb geändert worden und neben MySQL & PostgreSQL wird nun auch SQlite unterstützt.

Mehr Informationen gibt es hier.
 

Debian Squeeze 6.0 ist da ...

 Genauer gesagt, ist es schon ein paar Tage "draußen". Die erste paar Server sind bereits aktualisiert.
Nachdem Debian das ganze konservativ angeht, sprich relativ alter Kernel, alter gcc und div. andere,
bereits leicht angestaubte Pakete, gehe ich davon aus, dass Squeeze sehr stabil läuft.
Die umgestellten Server tun dies auch schon seit ein paar Tagen, also außer der Aufwand,
der fürs Update notwendig wird, gibt es nichts zu befürchten.

Bis jetzt hatte ich auch noch keinen größeren Aufwand mit einem Update.
Es kommt schon mal vor, dass Pakte kollidieren, aber bei unseren LAMP / Datenbank / Cluster Servern lief alles glatt .

Ich wünsche den ganzen Admins da draußen auch soviel Glück und ein reibungsloses Update auf Squeeze!

PHP Sicherheitslücke in 5.2.x und 5.3.x

Wie vor kurzem bekannt wurde, ist in den beiden PHP Zweigen (5.2.x und 5.3.x) ein Fehler enthalten, der den PHP Prozess beim verarbeiten der Zahl "2.2250738585072011e-308" in eine Endlosschleife schickt. Dies hat zur Folge, dass der Prozess die komplette Rechenleistung der CPU auffrisst und ggf. dadurch der Server abstürzt. Dieses Problem ist kritisch, ein Update wurde von den PHP Entwicklern bereits zur Verfügung gestellt.

Das Problem tritt nur bei 32 Bit Installationen von PHP auf und nur auf Systemen mit Intel Prozessoren.

Wir haben die managed Server unserer Kunden bereits aktualisiert, allen anderen Kunden legen wir ein baldiges Update nahe!

MySQL 5.5 in den Startlöchern

 Lange hat es gedauert, aber endlich ist es soweit: Oracle / MySQL AB haben Version 5.5 zur finalen Version erklärt.

Das ist das erste stabile Release, seit der Übernahme von MySQL AB durch Oracle, wir sind gespannt! Wie mit fast jeder Version,
wird uns von Oracle/MySQL AB nahe gelegt, dass sich die Performance gesteigert hat und natürlich viele Bugs behoben worden sind.
Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass beides zwar richtig ist, aber Performancesteigerung sich oft auf "Corner Cases" bezieht,
das Beheben von Bugs wieder neue mit sich bringt und der große erhoffte Schritt vorwärts doch nicht so groß ist.

Mit 5.5 haben sich aber grundlegende Dinge geändert, z.B. ist die Standard Storage Engine nicht mehr MyISAM, sondern innodb. Im selben Zuge,
hat Oracle bekannt gegeben, dass innodb durch diverse Anpassungen nun schneller geworden ist, und darum zur Standard Engine wurde.
Nachdem wir MySQL 5.5 in einer Testumgebung  bereits seit der Betaphase ausführlich prüfen, können wir das insofern bestätigen. Ob innodb aber nun in jedem Fall schneller ist als MyISAM ist zu bezweifeln. Was allerdings außer frage steht: innodb ist die robustere und erwachsenere Storage Engine. Mit den vielen Änderungen ist innodb nun in der Lage Mehrkernsystem besser auszunutzen und wird dadurch auf modernen Servern schneller.

Was noch geändert wurde, ist die Replikation. Vorher war diese nur asychron möglich, mit Version 5.5 gibt es nun die Möglichkeit diese semi-synchron durchzuführen. Das ist einfacher erklärt, als man denkt: früher hat der MySQL Daemon auf dem Master Server einen Bin Log geführt und diesen an die Slaves, auf Anfrage selbiger, verteilt. Der Master Server hat nie eine Nachricht erhalten, ob der Slave nun synchron läuft ist, oder nicht. Das ist nun anders: Slaves die MySQL 5.5 benutzen, bzw. generell den semi-synchronen Mechanismus unterstützen, können den Master zurück melden, ob sie alle Daten repliziert haben, oder nicht. Dies ist nun interessant, da man Transaktionen auf dem Master Server so setzen kann, dass die erst als erfolgreich abgeschlossen sind, wenn die/einer der Slaves diese auch repliziert haben. Auf diesem Weg, hat man also Gewissheit, dass die Daten auf dem Master und auf dem Slave gespeichert / verändert bzw. gelöscht wurden.
Dieses neue Feature ist besonders interessant für Applikationen die Master - Master Replikation nicht unterstützen. Man behilft sich in dem Fall mit einem Master - Slave Failover, aber früher war nie gesichert, dass der Slave auch wirklich synchron läuft. Man konnte den Status zwar überwachen, aber mit dem neuen System ist man auf der besseren Seite.

Mehr Informationen zur Replikation in 5.5 gibt es hier.

Mehr Informationen zu den Neuerungen in MySQL 5.5 gibt es hier.

exim4 Lücke geschlossen...

 Das Debian Security Team hat das Problem am 11.12.2010 behoben. Ein einfaches apt-get update;apt-get safe-upgrade; sollte das Problem beheben.

Lücke in exim4 gefunden!

 Werte Leser,

endlich ein guter Grund diesen Blog ins Leben zu rufen: in exim4 versteckt sich eine Lücke,
die sich ausnutzen lässt, eine Shell zu erstellen. Auf diese Shell kann sich ein Angreifer einloggen und in weiterer Folge ggf. sogar root Rechte auf dem Server bekommen. Die gerade entdeckte Lücke lässt sich von der Ferne ausnützen, daher ist diese besonders heikel.
Die von Debian (Lenny und Squeez) mitgelieferte Version von exim4 ist offensichtlich auch betroffen.

Also temporäre Lösung kann folgendes gemacht werden:
mount --bind /var/spool/exim4 /var/spool/exim4
mount -oremount,noexec /var/spool/exim4

 
Oder man stellt sicher, dass sich niemand von extern auf exim4 ( Port 25 ) verbinden kann. Entweder per iptables oder einer Hardware Firewall.

Weitere Details zu dem Thema sind hier zu finden.